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„Herzdamen“

Freude an Musik / Lieder aus fernen Ländern / Mal wild-flott, mal ruhig

Mit diesen Schlagworten lässt sich gut das Debütalbum des 2012 gegründeten bündischen Mädelsquartetts „Herzdamen“ beschreiben, das auf seiner gleichnamigen Platte dazu einlädt Platz zu nehmen, zu lauschen und mit der Grille vom Sommer zu träumen.

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In insgesamt zehn abwechslungsreichen Stücken zeigen die Herzdamen eindrucksvoll, warum sich das lange Warten auf ihre Scheibe gelohnt hat und warum sich ein Kauf in jeder Form für einen kleinen Obolus lohnt.

In mittlerweile etablierter bündischer Instrumentierung, bestehend aus dem Grundgerüst Gitarre und Kontrabass, mehrstimmigen Gesang und einer Vielzahl an Zusatzinstrumenten wie z.B. Geige, Cello, Percussion und Domra, wird ein schönes, breit gefächertes Klangbild erzeugt, das eine liebevolle Atmosphäre bildet und den Balkan ins eigene Wohnzimmer holt.

Doch nun ins Detail: die Klangreise beginnt mit dem traditionellen Romastück „Kade Shukár“, das mit einer kurzen instrumentalen Einleitung beginnt. Es folgt ein schwungvoller Wechselbass in der Instrumentierung, mehrstimmiger Gesang – die Reise (bei den schnelleren Stücken mit wippendem Wechselbass) kann beginnen! Hier hätte man sich generell mehr einfallen lassen können. Mit einem gesanglichen Ohrwurm wummert das zweite Stück vorbei.

Das dritte Stück „Imerul Ckhenosnuri“ schafft durch eine a cappella Version mit Vor- und Nachgesang eine dankbare Abwechslung. Das vierte Stück ist ein eher ruhigeres Stück und auf der Platte das einzige deutsche Stück. Hier die dringende Bitte an die Mädels: schreibt mehr selbst und gerne auf Deutsch! So versteht man bei diesem Lied auf dem Silberling mal, worum es geht, und jeder kann sich, mal abgesehen von der Melodieführung und dem Arrangement, in das Stück und die erzählte Geschichte hineinversetzen.
Die ruhige Phase der CD geht mit dem griechischen Stück „Omorfi Poli“ weiter. Griechische Leidenschaft, umgesetzt durch schöne Stimmen in Bündisch-Moll (em) und mit einem sich anschließenden instrumentalen Outro (tolle Instrumentenwahl!).

Mit „Tomu Kosa“ ist der nächste Knaller der Scheibe gelungen, der sich nach einem ruhigen Beginn mit viel melancholischer Stimmung zu einem ins Bein gehenden Lied entwickelt. Hier fällt besonders die schön wechselnde Dynamik auf, mit der die Strophen gesungen werden.

Auf Georgisch mit “Jilvelo” folgt ein weiterer Titel der schnelleren Fraktion, bevor es in dieser Mundart weiter geht und es gesanglich zu dem spannendsten a cappella Titel “Heyamoli” kommt. An dieser Stelle zeigen die Mädels was sie gesanglich – sowohl bei der Wahl der Mehrstimmigkeit als auch beim Ausdruck ihrer Stimmen – drauf haben! Mit einem mehr oder weniger etablierten Klassiker “Mori Shej Sabina” nähert sich die CD so langsam mit schöner Streichbegleitung ihrem Ende, bevor der Schlusspunkt mit dem russischen “Kak Za Donom” gesetzt wird und die musikalische Reise gefühlt in der Taiga endet.

Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass sich hier eine tolle “Band” mit guten Gastmusikern gefunden hat, deren Debüt-CD auf jeden Fall einen Kauf lohnt. Abgerundet wird die CD des Weiteren mit einem für “Low Budget”-Verhältnisse aufwendigen Booklet, worin die fremdsprachigen Texte und die dazugehörigen Akkorde zu finden sind. Also, es soll und darf fleißig nachgespielt werden!

Falls ihr zudem aber auch noch wissen wollt, worüber ihr singt, so müsst ihr den Mädels wohl oder übel eine nette Mail schreiben und nachfragen.

Sicher ist: Wer für diesen Sommer noch nicht von der Reiselust gepackt wurde, den wird es nach dem Hören der CD auf jeden Fall raus in die Weite ziehen.

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Bestellen kann man hier: https://herzdamencd.wordpress.com

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