Kategorie: Gastartikel

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08

Transnistrien – Auf Fahrt mit dem Sorbischen Wandervogel

Transnistrien, der kleine Landstrich jenseits des Flusses Dinister, irgendwo zwischen Modawien und der Ukraine, scheint sich zu einem mytischen Sehnsuchtsort abenteuerlicher Fahrtengruppen zu entwickeln. Dort soll der wilde Osten Europas tatsächlich noch wild sein. Hanko vom Sorbischen Wandervogel berichtet für uns von einer Fahrt in diese Region.

P1120527Wir ahnten nur vage, was uns in Transnistrien erwarten würde. In fast keinem anderen Land Europas ist der Graben zwischen arm und reich so tief und morastig. Seit Stalin ganze Mafiaclans hierher ins Exil schickte, prägen düstere Gestalten das Bild der Städte. Wir mittendrin. Eine überschaubare Fahrtengruppe von fünf Anfang-Zwanzigjährigen, satt von den ollen Nordland-Fjorden und nun dem Ruf des wilden Ostens folgend.

Die EU weigert sich zwar bis heute die Autonomie dieses Landstrichs zwischen Moldawien und der Ukraine anzuerkennen, dies schert die Grenzbeamten allerdings wenig. Gleich beim Einreisestempel müssen wir tief in die Tasche greifen um an den grimmigen Soldaten vorbei zu kommen. Glücklicherweise verlief die Anreise per Tramp reibungslos und die Notgroschen für eine Bahnfahrt wechseln nun den Besitzer.

Wir durchstreifen die Dörfer und verlieren uns der atemberaubenden Landschaft und der Gastfreundschaft der Einheimischen. Alexanders`s Russischkenntnisse erweisen uns besonders hier die allergrößten Dienste

Ihr jungen Buben seid ja halb verhungert. Kommt herein und probiert die Suppe!

Danke Mütterchen, wir haben bereits gegessen

Kinder, zumindest eure nassen Hemden will ich waschen und trocknen!

Mein Freund hier lässt dir vielen Dank ausrichten aber uns geht es gut

Dann vielleicht einen Tee?

Aber nur, wenn wir dir etwas vorsingen dürfen. Los Jungs, greift in die Saiten! weiterlesen…

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07

Wo kommt ihr her? – Aus Polen! – Auszüge aus einem Fahrtentagebuch des Stamm Wikinger

Drei Erlebnisse von der letzten Sommerfahrt nach Polen haben wir heute für euch. Ein Gastartikel von Max aus dem Stamm Wikinger im Deutschen Pfadfinderbund Mosaik.

Bonn-Frankfurt-Würzburg-Görlitz und weiter geht es in Polen. Unfassbar viele Pausen. Es kommt mir so vor, als ob wir in jedem Dorf halten. Die Landschaft wird schöner, ruhiger und nach 26 Stunden Fahrt, endlich der Lagerplatz. Geschafft. Direkt auf das Bundeslager. Wir sind einen Tag zu früh dran. Dann suchen wir uns halt noch was für heute Nacht.

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UWAGA. Ein weißes Schild liegt auf dem Boden und darauf steht »Achtung« (auf Polnisch). Das Schild, ein Überbleibsel des leider schon vergangenen Bundeslagers, erinnert an so viele schöne Dinge.
Weg vom Lagerplatz also. Rucksack auf, Wanderschuhe dran gebunden und barfuß losgelaufen. Nach nur wenigen Kilometern merke ich, dass das irgendwie eher unklug war. Brandblasen schmücken meine Füße. Es ist einfach viel zu heiß auf dem Asphalt.

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Eine Pause in Terka, einem kleinen verschlafenen Örtchen, macht es möglich, unsere Wasservorräte aufzufüllen. Dabei passiert einem unserer Mädels etwas Unfassbares: Ein netter, junger Mann spricht sie an und drückt ihr kurz darauf etwas in die Hand. Wir Jungs freuen uns enorm, da wir denken der Herr hat ihr seine Nummer gegeben. So falsch ist das auch nicht. Auf der Visitenkarte der Londoner Modelagentur steht tatsächlich auch seine Nummer drauf. Aber gut, wem ist das noch nicht passiert? Du bist in den Waldkarpaten unterwegs und irgendwo im Nirgendwo taucht ein Modelagent auf und spricht dich an. weiterlesen…

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06

Sexueller Missbrauch in den Bünden

Bündisches Leben beobachtet und kommentiert. Das ist der Anspruch mit dem wir bei schwarzzeltvolk.de vor nunmehr zwei Jahren angetreten sind. Bislang gehörten dazu vor allem die schönen Seiten des bündischen Lebens. Wilde Fahrten und rauschende Fest. Bis uns vor einigen Monaten Nachrichten über die dunkelste Schattenseite erreichte, die eine Bewegung wie die unsere nur haben kann. Sexueller Missbrauch in den Bünden.

Kein neues Thema, aber eines, das durch die Nachrichten über aktuelle Missbrauchsfälle plötzlich und für uns auch irgendwie aus heiterem Himmel aktuell wurde. Und ehrlich gesagt ging es uns, wie es wohl den meisten geht, wenn sie so etwas schreckliches erfahren. Wir wussten nicht so recht wie wir darauf reagieren wollen.

Aber dass wir reagieren wollen war ziemlich schnell klar. Es mag kein Thema sein mit dem man sich gerne beschäftigt, aber umso wichtiger erscheint es uns, die Sache nicht totzuschweigen. Wir möchten mit schwarzzeltvolk.de das tun was wir vielleicht am Besten können, nämlich Informationen verbreiten und Aufklären, in der Hoffnung damit einen Teil zur Prävention beizutragen.

Außerdem haben wir in der Redaktion das gemacht, was man jedem Raten sollte, der mit dem Thema sexueller Missbrauch konfrontiert wird. Wir haben uns Hilfe bei einer Expertin geholt. Schlumpf, die unter anderem im Arbeitskreis Schatten der Jugendbewegung auf der Burg Ludwigstein aktiv ist, stand uns in einem Interview Rede und Antwort.

Das hier folgende Interview kann sicherlich nur ein kleiner Beitrag sein bei dem Versuch das Bewusstsein in den Bünden für dieses Thema zu schärfen. Andererseits haben wir bei unseren Recherchen und in der Diskussion zu diesem Thema auch festgestellt, dass es viele Bünde und Verbände gibt in denen sehr gute und aktive Präventionsarbeit geleistet wird. In den nächsten Wochen werden wir in einem weiteren Artikel zu diesem Thema ein umfangreiche Sammlung mit Materialien zum Thema Prävention sexualisierter Gewalt veröffentlichen.

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05

Die Grenze füllt uns unser Glas, die Grenze gibt uns Brot…. Überbündischer Osterhajk 2013

Heute berichtet Till aus dem VCP Gau Alt-Burgund vom Osterhaijk 2013. Hinter dem Osterhajk versteckt sich übrigens eine phänomenal geniale Veranstaltung. Aber genaueres erklärt euch Till…

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„Gewiss, es ist hart und nicht ungefährlich, als Schmuggler zu leben. Ich war der Sache wie einer Droge verfallen. Ich genoss den Reiz der heimlichen Märsche durch die Nacht, die Erregung der Nerven und dies Spiel mit dem Tod und wechselvoller Gefahr. Ich liebte den Heimweg nach langer, schwerer Strapaze, und die Freuden, die sich dann boten, den Wodka, den Gesang, das Spiel des Akkordeons, den frohen Lärm der Genossen.“
(aus „Der Geliebte der großen Bärin von Sergiusz Piasecki)

Ja, so lässt sich das wilde Leben beschreiben, das knapp 70 Jugendbewegte aus verschiedenen Bünden in der Woche nach Ostern erleben durften. Allesamt hatten sie sich zum Osterhajk 2013 eingefunden, einem einwöchigen Stationslauf der einst im Gau Alt-Burgund des VCPs entstand und nun seit Generationen durch die Bünde und Regionen wechselt.

Und was steht in so einer Woche Osterhajk an? Kurz gesagt, geht es darum in kleinen Gruppen eine Woche Fahrt zu erleben – nur weiß man nicht wo es als nächstes hin geht. Jeden Tag stehen zwei Stationen mit Aufgaben an; sind diese bestanden erhält die Gruppe ein Rätsel um hoffentlich herauszufinden, wo die nächste Station liegt. Ihr Rätselgeschick hatten die 15 Gruppen bereits bewiesen als sie am 1. April in Konstanz am Bodensee aufschlugen, denn wie immer war auch der Startort in einem Rätsel verpackt.

Glücklicherweise hatten letztendlich alle dieses gelöst und keiner dümpelte in Königswinter oder Aachen herum.
So traf man sich in „Gintas Kneipe“, dem Treffpunkt aller verwegenen Grenzgänger – denn zunächst galt es die Teilnehmer auf das einzuschwören, was sie diese Woche über verkörpern sollten: Schmuggler an der Grenze!

Den meisten Gruppen war ihre Bestimmung ohnehin schon anzusehen: Schieber- und Kosakenmützen waren an der Tagesordnung, lange Mäntel, mehrere Lagen Röcke und Schnapsflaschen gegen die Kälte genauso beliebt wie Sonnenbrillen für den Pokerblick. Eine Gruppe hatte sich komplett dem intergalaktischen Star-Wars-Schmuggler Han Solo und seinem haarigen Freund Chewbacca verschrieben und trat mit Fellmaske und Laserschwertern auf.

Und so bedurfte es nur eines kleinen Anspiels, um die Gruppen in die verwegene Welt des – übrigens sehr lesenswerten – Schmugglerromans „Der Geliebte der Großen Bärin“ des polnischen Schriftstellers Sergiusz Piasecki zu entführen.

Nachdem also klar war, dass alle Gruppen zusammenarbeiten müssen, um in der nun kommenden Wochen so viel heiße Ware über die Grenze zu bringen wie irgend möglich, starteten die ersten Gruppen durch…oder verschanzten sich erst einmal irgendwo um das erste Rätsel zu lösen.

Doch was passiert eigentlich, wenn man ein solches Rätsel nicht lösen kann?
Wenn alle Stricke reißen und keiner auf des Rätsels Lösung kommt bleibt immer noch, den Notbrief zu öffnen. Darin befindet sich der Ort der nächsten Station, doch die in Not geratene Gruppe verliert ein paar Punkte. Denn natürlich wird über die Woche hinweg ermittelt, wer an den Stationen die meisten Punkte gesammelt, welche Gruppen am schnellsten gelaufen und wer sich rühmen darf, der „Spielidee“ mit Verkleidung und Auftreten am nächsten gekommen zu sein. Alles in Erwartung des letzten Abends wo dann die Gewinnergruppe gekürt wird. weiterlesen…

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04

„Schlaft ihr auch bei Regen in euren Zelten ohne Boden?!“ – über Elternarbeit

Seit dreieinhalb Jahren ist Helena aus dem VCP Trier jetzt schon Sippenführerin einer Mädchensippe. Bei ihrer Planung für Gruppenstunde, Fahrt und Lager machte sie immer wieder gute Erfahrungen mit Elternarbeit, über die sie heute für’s Schwarzzeltvolk berichtet.

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Die Elternarbeit ist leider ein Thema, was von den meisten Stammes- und Sippenführern kaum behandelt oder sehr ungern gemacht wird, weil sie nicht wissen wie sie es angehen sollen oder sich nicht trauen auf die Eltern zu zugehen. Dabei ist es, meines Erachtens, eines der wichtigsten Themen in der Stammesarbeit. Hat man nämlich das Vertrauen der Eltern, ist es viel einfacher die Kinder mit auf die Lager zu nehmen und auch in schwierigen Situationen kostet es nicht so viel Überwindung sich an die Eltern zu wenden.

Aktionen um die Elternarbeit zu fördern sind auf jeden Fall Elternabende, Briefe aber auch z.B. ein gemeinsamer Grillabend mit den Pfadis.

Natürlich ist man vor dem ersten Elternabend aufgeregt, aber das gehört einfach dazu und wenn man gut vorbereitet ist und nicht alleine aus dem Stamm da sitzt, kann einem eigentlich nichts mehr passieren. Ich finde es auch ganz wichtig, dass die Eltern immer alle Informationen auf einem Zettel bekommen.  So können sie alles nochmal nachlesen, denn die Kinder vergessen ja auch schnell mal wichtige Zusatzinformationen. Auf dem Zettel sollten noch mal alle wichtigen Informationen zusammengefasst werden, vielleicht bei einer längeren Fahrt auch das Programm.Am wichtigsten ist, dass sie eine Adresse/Handynummer bekommen unter der sich euch erreichen können.  So sind die Eltern kurz und kompakt informiert und wissen auch wen sie ansprechen können wenn sich Fragen stellen. weiterlesen…

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